
Die Digitalisierung deutscher Krankenhäuser ist 2026 längst mehr als ein Zukunftsprojekt. Elektronische Patientenakten, digitale Dokumentation, vernetzte Medizingeräte, Telemedizin, Krankenhausinformationssysteme und IT-Sicherheitslösungen gehören zunehmend zur Infrastruktur moderner Kliniken.
Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen, dass der digitale Umbau noch lange nicht abgeschlossen ist. Milliardenbeträge fließen in die Modernisierung, während Krankenhäuser zugleich mit hohen Investitionsbedarfen, Fachkräftemangel und wachsenden Cyberrisiken umgehen müssen.
Besonders interessant ist dabei der Blick auf den Krankenhauszukunftsfonds (KHZF) und den seit 2026 laufenden Krankenhaustransformationsfonds. Während der KHZF gezielt die Digitalisierung und IT-Sicherheit angeschoben hat, soll der Transformationsfonds die strukturelle Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft unterstützen.
Digitalisierung im Krankenhaus 2026: Die wichtigsten Zahlen
Einige Kennzahlen verdeutlichen die Größenordnung der Entwicklung:
| Kennzahl | Wert bzw. Stand |
|---|---|
| Krankenhauszukunftsfonds | rund 4,3 Mrd. Euro |
| Bundesanteil am KHZF | 3 Mrd. Euro |
| Länderanteil am KHZF | 1,3 Mrd. Euro |
| Transformationsfonds 2026–2035 | bis zu 50 Mrd. Euro |
| Bundesanteil Transformationsfonds | 29 Mrd. Euro |
| Digitale Strategie des BMG | „GEMEINSAM DIGITAL 2026“ |
| Umsetzung der bisherigen Digitalisierungsstrategie | über 90 % der Maßnahmen gestartet |
| IT-Sicherheitsrisiko | besonders relevant wegen zentraler Krankenhaus-IT |
Der KHZF stellt rund 4,3 Milliarden Euro für die Modernisierung und Digitalisierung der Krankenhäuser bereit. Davon kommen 3 Milliarden Euro vom Bund und 1,3 Milliarden Euro von den Ländern. Gefördert werden unter anderem digitale Infrastruktur, Telemedizin, Dokumentation, Kommunikation sowie Informations- und Cybersicherheit. (Bundesamt Soziale Sicherung)
Krankenhauszukunftsfonds: Milliarden für die Digitalisierung
Der Krankenhauszukunftsfonds wurde mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) eingerichtet. Das Programm sollte einen Investitionsschub auslösen, nachdem die Corona-Pandemie den digitalen Nachholbedarf vieler Kliniken besonders deutlich gemacht hatte.
Der Bund stellte dafür 3 Milliarden Euro bereit. Die Länder sollten weitere 1,3 Milliarden Euro beisteuern. Insgesamt standen damit rund 4,3 Milliarden Euro zur Verfügung. (BMG)
Gefördert werden konnten unter anderem:
- digitale Patientenportale,
- elektronische Dokumentation,
- digitales Medikationsmanagement,
- digitale Pflege- und Behandlungsdokumentation,
- Telemedizin,
- digitale OP- und Notfallstrukturen,
- Krankenhausinformationssysteme,
- IT-Infrastruktur,
- Informationssicherheit,
- Cybersicherheit,
- Robotik und Hightechmedizin.
Damit ging es beim KHZF nicht lediglich um neue Computer oder Software. Ziel war vielmehr, komplette Prozesse innerhalb der Krankenhäuser digitaler und besser vernetzt zu gestalten.
Wie viel Geld wurde tatsächlich beantragt?
Die Nachfrage nach Fördermitteln war erheblich.
Eine Statistik des Bundesamtes für Soziale Sicherung weist zum 3. Februar 2025 allein für die länderbezogenen Vorhaben mehr als 3,036 Milliarden Euro beantragte Fördermittel aus. Hinzu kamen rund 5,45 Millionen Euro für länderübergreifende Vorhaben. (Bundesamt Soziale Sicherung)
Damit wird deutlich, dass der Investitionsbedarf der Kliniken beträchtlich war.
Der Fonds war daher nicht nur ein politisches Digitalisierungsprogramm, sondern auch eine Reaktion auf einen über Jahre entstandenen Modernisierungsstau.
Der Investitionsstau ist weiterhin groß
Trotz der Milliardenprogramme ist die Investitionsfrage 2026 keineswegs gelöst.
Eine im Juli 2026 veröffentlichte gemeinsame Einschätzung von GKV-Spitzenverband und Verband der Privaten Krankenversicherung kommt zu dem Ergebnis, dass den deutschen Krankenhäusern in diesem Jahr rund 4 Milliarden Euro für notwendige Investitionen fehlen. Nach dem dualen Finanzierungssystem sind grundsätzlich die Bundesländer für die Investitionskosten der Krankenhäuser verantwortlich. (GKV-Spitzenverband)
Diese Zahl ist für die Digitalisierung besonders relevant.
Denn digitale Infrastruktur konkurriert mit anderen Investitionsvorhaben wie:
- Gebäudesanierung,
- OP-Sälen,
- Medizintechnik,
- Energieversorgung,
- Notaufnahmen,
- Intensivstationen,
- Brandschutz.
Digitalisierung ist deshalb Teil eines wesentlich größeren Investitionsproblems.
2026 startet der Krankenhaustransformationsfonds
Eine weitere wichtige Zahl für 2026 ist das Volumen des Krankenhaustransformationsfonds.
Für die Jahre 2026 bis 2035 stehen bis zu 50 Milliarden Euro zur Verfügung. Nach den 2026 geltenden Regelungen stellt der Bund davon 29 Milliarden Euro bereit. (Bundesamt Soziale Sicherung)
Der Fonds ist allerdings nicht einfach ein Nachfolgeprogramm des KHZF.
Im Mittelpunkt stehen strukturelle Veränderungen der Krankenhauslandschaft. Dazu gehören beispielsweise die Zusammenführung oder Neuordnung von Standorten und die Anpassung von Versorgungsstrukturen.
Digitalisierung kann dabei eine wichtige Rolle spielen, etwa wenn mehrere Standorte stärker vernetzt oder medizinische Leistungen sektorenübergreifend organisiert werden.
Digitalisierung wird Teil der Krankenhausreform
Die Entwicklung zeigt einen grundlegenden Wandel.
Digitalisierung wird zunehmend nicht mehr als separates IT-Projekt betrachtet, sondern als Bestandteil der Krankenhausreform.
Das Bundesgesundheitsministerium beschreibt die weiterentwickelte Digitalisierungsstrategie „GEMEINSAM DIGITAL 2026“ als Rahmen für Themen wie elektronische Patientenakte, Gesundheitsdaten, künstliche Intelligenz und ein digital unterstütztes Primärversorgungssystem. (BMG)
Das bedeutet für Krankenhäuser: Die IT-Infrastruktur wird immer stärker zu einem Bestandteil der medizinischen Versorgung selbst.
Elektronische Patientenakte verändert die Krankenhaus-IT
Die elektronische Patientenakte, kurz ePA, ist dabei ein besonders wichtiges Projekt.
Sie soll Informationen über die medizinische Behandlung digital verfügbar machen und den Austausch zwischen verschiedenen Leistungserbringern verbessern.
Für Krankenhäuser bedeutet das allerdings auch zusätzliche Anforderungen an:
- Schnittstellen,
- Zugriffsrechte,
- Identitätsmanagement,
- Datenschutz,
- Datenqualität,
- IT-Sicherheit,
- Interoperabilität.
Mit dem für 2026 vorgelegten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) soll die digitale Vernetzung weiter ausgebaut werden. Das Bundeskabinett beschloss den Gesetzentwurf am 15. Juli 2026. (BMG)
IT-Sicherheit wird zum zentralen Investitionsfeld
Je stärker Krankenhäuser digital arbeiten, desto größer wird ihre Abhängigkeit von funktionierenden IT-Systemen.
Ein modernes Krankenhaus nutzt zahlreiche miteinander verbundene Systeme. Dazu gehören beispielsweise:
- Krankenhausinformationssysteme,
- Radiologieinformationssysteme,
- Laborinformationssysteme,
- Patientenmonitore,
- OP-Systeme,
- digitale Medikationssysteme,
- Server und Speichersysteme,
- Netzwerkkomponenten,
- medizinische IoT-Geräte.
Fällt eine zentrale Komponente aus, kann dies weitreichende Auswirkungen haben.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist in seinem Projekt „SiKIS“ ausdrücklich darauf hin, dass ein Ausfall zentraler Krankenhausinformationssysteme die digitalen Behandlungsabläufe erheblich beeinträchtigen kann. In der Vergangenheit führten Ransomware-Angriffe unter anderem zu Aufnahmestopps, Einschränkungen der Notfallversorgung und abgesagten Operationen. (BSI)
Ransomware bleibt eine große Gefahr
Eine der größten Bedrohungen für Krankenhäuser ist Ransomware.
Dabei verschaffen sich Angreifer Zugang zu IT-Systemen, verschlüsseln Daten oder Systeme und versuchen anschließend, Geld für deren Freigabe zu erpressen.
Für ein Krankenhaus ist ein solcher Angriff besonders kritisch.
Ein Produktionsunternehmen kann unter Umständen einige Tage mit eingeschränkter IT weiterarbeiten. Ein Krankenhaus muss dagegen jederzeit medizinische Leistungen erbringen können.
Wenn beispielsweise Laborwerte, Medikationsinformationen oder radiologische Bilder nicht mehr verfügbar sind, kann dies unmittelbar Auswirkungen auf Behandlungsentscheidungen haben.
Warum Krankenhaus-IT besonders geschützt werden muss
Krankenhäuser unterscheiden sich in mehreren Punkten von normalen Unternehmen.
Sie verarbeiten besonders sensible Gesundheitsdaten und verfügen gleichzeitig über zahlreiche medizinische Geräte, die mit IT-Systemen verbunden sind.
Ein Krankenhausnetzwerk kann deshalb gleichzeitig aus folgenden Komponenten bestehen:
Administrative IT + medizinische IT + Medizingeräte + Kommunikationssysteme + externe Schnittstellen.
Jede zusätzliche Schnittstelle kann potenziell eine weitere Angriffsfläche darstellen.
Das BSI beschreibt Krankenhausinformationssysteme daher als besonders kritische Komponenten der digitalen Krankenhausinfrastruktur. (BSI)
Cybersecurity ist mehr als ein Virenscanner
Professionelle IT-Sicherheit im Krankenhaus besteht aus mehreren Ebenen.
Dazu gehören unter anderem:
Netzwerksegmentierung
Medizinische Geräte und besonders schützenswerte Systeme sollten nicht uneingeschränkt mit allen anderen Netzwerkbereichen kommunizieren können.
Backup-Systeme
Regelmäßige und möglichst gegen Manipulation geschützte Backups sind entscheidend, um nach einem Angriff Systeme wiederherstellen zu können.
Multifaktor-Authentifizierung
Besonders privilegierte Zugänge sollten zusätzlich abgesichert werden.
Patch-Management
Sicherheitslücken müssen möglichst schnell geschlossen werden.
Monitoring
Verdächtige Aktivitäten müssen möglichst früh erkannt werden.
Notfallpläne
Ein Krankenhaus muss auch dann handlungsfähig bleiben, wenn zentrale IT-Systeme vorübergehend nicht funktionieren.
Branchenspezifische Sicherheitsstandards
Für Betreiber Kritischer Infrastrukturen spielen branchenspezifische Sicherheitsstandards, sogenannte B3S, eine wichtige Rolle.
Das BSI erklärt, dass ein geeigneter B3S nicht zwingend vorgeschrieben ist. Betreiber können die gesetzlichen Anforderungen auch auf andere Weise erfüllen. Ein B3S soll jedoch Orientierung geben und den Stand der Technik für den jeweiligen Bereich konkretisieren. (BSI)
Für Krankenhäuser ist das besonders relevant, weil IT-Sicherheit nicht nur eine technische, sondern auch eine organisatorische Aufgabe ist.
Der digitale Reifegrad ist entscheidend
Mehr Digitalisierung bedeutet nicht automatisch bessere Digitalisierung.
Ein Krankenhaus kann zahlreiche digitale Anwendungen besitzen und trotzdem Probleme haben, wenn die Systeme nicht miteinander kommunizieren.
Ein typisches Problem ist beispielsweise, dass Daten mehrfach eingegeben werden müssen, weil zwei Systeme keine geeignete Schnittstelle besitzen.
Deshalb sind folgende Faktoren mindestens ebenso wichtig wie die reine Anzahl digitaler Anwendungen:
- Interoperabilität,
- Benutzerfreundlichkeit,
- Datenqualität,
- Prozessintegration,
- Verfügbarkeit,
- IT-Sicherheit.
Digitalisierung soll Personal entlasten
Ein wichtiger Grund für Investitionen in Krankenhaus-IT ist der zunehmende Personalmangel.
Wenn digitale Systeme gut funktionieren, können sie bestimmte administrative Aufgaben reduzieren.
Potenzielle Entlastungen ergeben sich beispielsweise bei:
- Dokumentation,
- Befundübermittlung,
- Terminorganisation,
- Datenübertragung,
- Medikamentenmanagement,
- Abrechnung,
- Kommunikation zwischen Abteilungen.
Das Bundesgesundheitsministerium nennt die Entlastung der Beschäftigten ausdrücklich als eines der Ziele der digitalen Transformation. (BMG)
Allerdings gilt auch hier: Eine schlecht implementierte Digitalisierung kann das Gegenteil bewirken und zusätzliche Arbeit verursachen.
Künstliche Intelligenz kommt hinzu
2026 wird auch KI für Krankenhäuser zunehmend relevant.
Mögliche Einsatzgebiete sind:
- Analyse medizinischer Bilder,
- Unterstützung bei Diagnosen,
- Prognose von Risiken,
- automatische Dokumentation,
- Sprachverarbeitung,
- OP-Planung,
- Bettenmanagement,
- Erkennung von Verschlechterungen bei Patienten.
Damit steigen aber wiederum die Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz.
Ein KI-System, das mit medizinischen Daten arbeitet, muss nicht nur zuverlässig funktionieren. Auch Zugriffsrechte, Datenqualität und Schutz vor Manipulation müssen berücksichtigt werden.
Telematikinfrastruktur muss stabiler werden
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens hängt nicht nur von einzelnen Krankenhäusern ab.
Auch die Telematikinfrastruktur spielt eine zentrale Rolle.
Das Bundesgesundheitsministerium berichtet, dass es 2025 im Durchschnitt 25 Störungen pro Monat bei Anwendungen beziehungsweise Teilanwendungen der Telematikinfrastruktur gab. Als einen wesentlichen Grund nennt das Ministerium die hohe Komplexität der Systeme. (BMG)
Für 2026 ist deshalb nicht nur der Ausbau neuer Anwendungen relevant.
Mindestens ebenso wichtig ist die Stabilität bestehender Systeme.
Denn digitale Versorgung funktioniert nur dann zuverlässig, wenn die technischen Grundlagen verfügbar sind.
Neue Digitalstrategie 2026: Mehr Vernetzung
Im Februar 2026 stellte das Bundesgesundheitsministerium die Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie „GEMEINSAM DIGITAL 2026“ vor.
Dabei geht es unter anderem um:
- stärkere Nutzung digitaler Innovationen,
- bessere Gesundheitsdaten,
- künstliche Intelligenz,
- elektronische Patientenakte,
- Europäischen Gesundheitsdatenraum,
- digitale Versorgungssteuerung,
- digital unterstützte Primärversorgung.
Nach Angaben des BMG war bereits bei der vorherigen Strategie die Umsetzung von mehr als 90 Prozent der Maßnahmen gestartet. (BMG)
Das zeigt: Digitalisierung ist inzwischen ein dauerhaftes gesundheitspolitisches Infrastrukturprojekt.
Investitionen müssen langfristig geplant werden
Eine der größten Herausforderungen besteht darin, dass IT-Systeme deutlich kürzere Lebenszyklen haben können als Krankenhausgebäude.
Ein Krankenhausgebäude wird möglicherweise über Jahrzehnte genutzt.
Ein Server, ein Netzwerkkomponent oder eine Softwareplattform kann dagegen bereits nach wenigen Jahren ersetzt oder grundlegend aktualisiert werden müssen.
Auch Cybersecurity ist kein einmaliges Projekt.
Ein Krankenhaus kann nicht einmalig in Sicherheit investieren und anschließend davon ausgehen, dauerhaft geschützt zu sein.
Sicherheitsmaßnahmen müssen kontinuierlich angepasst werden.
Der Investitionsbedarf bleibt hoch
Die aktuellen Zahlen zeigen daher ein Spannungsfeld:
Auf der einen Seite wurden über den KHZF Milliarden in die Digitalisierung investiert.
Auf der anderen Seite fehlen Krankenhäusern laut der aktuellen Einschätzung von GKV-Spitzenverband und PKV weiterhin rund 4 Milliarden Euro an notwendigen Investitionsmitteln im Jahr 2026. (GKV-Spitzenverband)
Hinzu kommen die neuen Anforderungen aus Krankenhausreform, ePA, Interoperabilität, Cybersecurity und Digitalisierung.
Die Finanzierung der digitalen Infrastruktur wird deshalb auch nach dem Ende beziehungsweise der Abwicklung einzelner Förderprogramme ein wichtiges Thema bleiben.
Was wird 2026 besonders wichtig?
Für die nächsten Jahre zeichnen sich mehrere Prioritäten ab.
1. IT-Sicherheit
Cybersecurity wird zu einer Grundvoraussetzung für den Krankenhausbetrieb.
2. Interoperabilität
Systeme müssen Informationen zuverlässig austauschen können.
3. Elektronische Patientenakte
Die ePA soll stärker in die Versorgung integriert werden.
4. KI
Künstliche Intelligenz dürfte zahlreiche diagnostische und administrative Prozesse verändern.
5. Digitale Notfallversorgung
Digitale Ersteinschätzung und bessere Vernetzung sollen die Notfallversorgung effizienter machen. (BMG)
6. Digitale Krankenhausstrukturen
Die Krankenhausreform erhöht den Druck, Standorte und Versorgungsangebote stärker zu vernetzen.
Digitalisierung im Krankenhaus: Die wichtigsten Fakten
Zusammengefasst zeigen die aktuellen Daten:
4,3 Milliarden Euro: Dieses Volumen stand im Krankenhauszukunftsfonds für Modernisierung und Digitalisierung bereit. (Bundesamt Soziale Sicherung)
3 Milliarden Euro: So hoch war der Bundesanteil am KHZF. (BMG)
1,3 Milliarden Euro: Dies war der vorgesehene Länderanteil. (BMG)
50 Milliarden Euro: Bis zu diesem Betrag können 2026 bis 2035 über den Krankenhaustransformationsfonds für strukturverändernde Maßnahmen bereitgestellt werden. (Bundesamt Soziale Sicherung)
29 Milliarden Euro: Davon stellt der Bund nach den aktuellen Regelungen über den Transformationsfonds bereit. (Bundesamt Soziale Sicherung)
rund 4 Milliarden Euro: So hoch wird der zusätzliche Investitionsbedarf der Krankenhäuser für 2026 von GKV-Spitzenverband und PKV eingeschätzt. (GKV-Spitzenverband)
25 Störungen pro Monat: Diese durchschnittliche Zahl nannte das BMG für Anwendungen der Telematikinfrastruktur im Jahr 2025. (BMG)
über 90 Prozent: So viele Maßnahmen der ursprünglichen Digitalisierungsstrategie waren laut BMG bereits gestartet. (BMG)
Fazit: Digitalisierung und IT-Sicherheit gehören zusammen
Die Krankenhaus-Digitalisierung in Deutschland hat 2026 eine neue Phase erreicht.
Die vergangenen Jahre waren stark von Förderprogrammen wie dem Krankenhauszukunftsfonds geprägt. Mit rund 4,3 Milliarden Euro wurden erhebliche Mittel für digitale Infrastruktur, moderne Technik und IT-Sicherheit bereitgestellt. (Bundesamt Soziale Sicherung)
Gleichzeitig zeigt der weiterhin hohe Investitionsbedarf, dass die Modernisierung noch längst nicht abgeschlossen ist.
Besonders wichtig ist dabei die IT-Sicherheit. Je mehr medizinische Prozesse digital funktionieren, desto schwerwiegender können Ausfälle oder Cyberangriffe werden. Das BSI warnt deshalb vor den weitreichenden Folgen kompromittierter Krankenhausinformationssysteme. (BSI)
2026 steht außerdem für eine stärkere Vernetzung: ePA, Telematikinfrastruktur, digitale Notfallversorgung, KI und Gesundheitsdaten sollen immer stärker zusammenwirken.
Die zentrale Herausforderung lautet daher nicht mehr nur, Krankenhäuser digitaler zu machen. Entscheidend ist, digitale Systeme gleichzeitig sicher, interoperabel, stabil und für Ärzte sowie Pflegekräfte tatsächlich hilfreich zu gestalten.
Die Investitionen der vergangenen Jahre schaffen dafür eine wichtige Grundlage. Ob daraus langfristig ein wirklich modernes digitales Krankenhauswesen entsteht, wird jedoch davon abhängen, wie konsequent die Systeme weiterentwickelt, miteinander verbunden und dauerhaft finanziert werden.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesgesundheitsministerium: Fragen und Antworten zum Krankenhauszukunftsgesetz
- Bundesamt für Soziale Sicherung: Krankenhauszukunftsfonds
- BAS: Statistik zu beantragten Fördermitteln des Krankenhauszukunftsfonds
- BAS: Erste Fördermittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds 2026
- Bundesgesundheitsministerium: GEMEINSAM DIGITAL 2026
- Bundesgesundheitsministerium: Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen
- BSI: Sicherheitseigenschaften von Krankenhausinformationssystemen (SiKIS)
- GKV-Spitzenverband: Investitionsbedarf der Krankenhäuser 2026