
Nosokomiale Infektionen gehören zu den wichtigsten Herausforderungen der Krankenhaushygiene. Gemeint sind Infektionen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer medizinischen Behandlung oder einem Aufenthalt in einer medizinischen Einrichtung entstehen und nicht bereits vorher bestanden. Sie können durch körpereigene Erreger, aber auch durch Übertragungen aus der Umgebung oder über medizinische Geräte verursacht werden. (Robert Koch-Institut)
Auch 2026 bleibt das Thema relevant. Denn in deutschen Krankenhäusern werden jedes Jahr rund 17 Millionen Menschen vollstationär behandelt. Je mehr invasive Eingriffe, Operationen, Katheter, Beatmungen und andere medizinische Maßnahmen durchgeführt werden, desto wichtiger ist eine konsequente Infektionsprävention. (Robert Koch-Institut)
Die aktuellen Daten zeigen dabei zwei Seiten: Deutschland verfügt über umfangreiche Hygienevorgaben und Surveillance-Systeme, gleichzeitig bleibt die Zahl der behandlungsassoziierten Infektionen beträchtlich.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Einige Kennzahlen helfen, die Größenordnung des Problems einzuordnen:
| Kennzahl | Aktueller Datenstand |
|---|---|
| Vollstationär behandelte Menschen pro Jahr | rund 17 Mio. |
| Geschätzte nosokomiale Infektionen jährlich | ca. 400.000–600.000 |
| Geschätzte Todesfälle im Zusammenhang mit nosokomialen Infektionen | ca. 10.000–20.000 |
| HAI-Prävalenz Deutschland, ECDC-Erhebung 2022/23 | 3,0 % |
| Deutsche Krankenhäuser in der ECDC-Punktprävalenzstudie | 50 |
| Untersuchte Patienten in Deutschland | 8.857 |
| Häufige Erreger | u. a. E. coli, Enterokokken, C. difficile, S. aureus |
Wichtig: Die häufig zitierten 400.000 bis 600.000 Infektionen und 10.000 bis 20.000 Todesfälle sind Schätzungen aus einer RKI/ECDC/Charité-Berechnung und keine jährlich direkt gezählte Fallzahl. Das RKI weist ausdrücklich auf die methodischen Schwierigkeiten bei der Ermittlung dieser Größen hin. (Robert Koch-Institut)
Was sind nosokomiale Infektionen?
Eine nosokomiale Infektion wird umgangssprachlich häufig als Krankenhausinfektion bezeichnet.
Nach der Definition des Robert Koch-Instituts handelt es sich um eine Infektion, die sich Patientinnen und Patienten im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten medizinischen Maßnahme zuziehen, sofern sie nicht bereits vorher bestand. (Robert Koch-Institut)
Dabei kann die Infektion unterschiedliche Ursachen haben.
Zum Beispiel können Erreger:
- von der eigenen Haut oder Darmflora stammen,
- über Hände übertragen werden,
- durch medizinische Geräte eingetragen werden,
- über Wunden gelangen,
- von anderen Menschen übertragen werden,
- über kontaminierte Oberflächen oder Materialien verbreitet werden.
Eine nosokomiale Infektion bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Krankenhaus hygienische Standards verletzt hat. Manche Infektionen lassen sich trotz konsequenter Prävention nicht vollständig verhindern.
Rund 400.000 bis 600.000 Infektionen pro Jahr
Das RKI nennt weiterhin eine Schätzung von 400.000 bis 600.000 nosokomialen Infektionen jährlich in Deutschland. Gleichzeitig werden etwa 10.000 bis 20.000 Todesfälle pro Jahr mit diesen Infektionen in Verbindung gebracht. (Robert Koch-Institut)
Diese Zahlen sollte man allerdings nicht als exakte Statistik für das Jahr 2026 verstehen.
Sie stammen aus einer Berechnung, die 2019 gemeinsam vom RKI, dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und dem Nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen an der Charité veröffentlicht wurde. (Robert Koch-Institut)
Eine aktuelle jährliche Vollerfassung sämtlicher nosokomialer Infektionen in allen deutschen Krankenhäusern existiert nicht.
Neue europäische Daten: 3,0 Prozent in Deutschland
Für einen aktuelleren internationalen Vergleich ist die ECDC-Punktprävalenzstudie 2022/2023 besonders interessant.
In Deutschland wurden dafür 50 Krankenhäuser und 8.857 Patienten untersucht. Bei 3,0 Prozent der erfassten Patienten wurde eine Healthcare-Associated Infection (HAI) festgestellt. Der Median der teilnehmenden EU-/EWR-Länder lag bei 4,2 Prozent. (ECDC)
Damit lag Deutschland in dieser Stichprobe unter dem europäischen Median.
Allerdings darf man daraus nicht unmittelbar ableiten, dass exakt 3 Prozent aller Krankenhauspatienten in Deutschland eine nosokomiale Infektion bekommen.
Es handelt sich um eine Punktprävalenzstudie, also eine Momentaufnahme innerhalb der teilnehmenden Einrichtungen.
Warum sich die Zahlen unterscheiden
Wer sich mit Krankenhausinfektionen beschäftigt, findet unterschiedliche Zahlen.
Das liegt unter anderem daran, dass verschiedene statistische Methoden verwendet werden.
Prävalenz
Die Prävalenz beschreibt, wie viele Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Infektion haben.
Inzidenz
Die Inzidenz betrachtet dagegen neu auftretende Fälle innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Surveillance
Bei der Surveillance werden bestimmte Infektionen fortlaufend und nach standardisierten Kriterien überwacht.
Diese unterschiedlichen Methoden sind nicht direkt miteinander vergleichbar.
Deshalb sollte beispielsweise die ECDC-Zahl von 3,0 Prozent nicht einfach mit der RKI-Schätzung von 400.000 bis 600.000 Fällen gleichgesetzt werden.
Welche Infektionen treten besonders häufig auf?
Zu den relevanten Formen nosokomialer Infektionen gehören unter anderem:
- postoperative Wundinfektionen,
- Harnwegsinfektionen,
- Atemwegsinfektionen,
- Blutstrominfektionen,
- katheterassoziierte Infektionen,
- beatmungsassoziierte Pneumonien,
- Infektionen mit Clostridioides difficile.
Das RKI nennt aus der deutschen Prävalenzstudie von 2016 unter anderem Escherichia coli, Enterococcus faecalis, Enterococcus faecium, Clostridioides difficile und Staphylococcus aureus als häufige Erreger. (Robert Koch-Institut)
Die tatsächliche Verteilung hängt stark von Station, Patientengruppe und medizinischen Eingriffen ab.
Operationen erhöhen das Infektionsrisiko
Eine Operation kann das Risiko einer Infektion erhöhen, weil die natürliche Hautbarriere vorübergehend durchbrochen wird.
Postoperative Wundinfektionen gehören deshalb zu den zentralen Themen der Krankenhaushygiene.
Das betrifft insbesondere größere Eingriffe, bei denen:
- Operationszeiten lang sind,
- Implantate eingesetzt werden,
- mehrere invasive Maßnahmen notwendig sind,
- Patienten schwere Grunderkrankungen haben.
Das RKI beziehungsweise die KRINKO führt deshalb eine eigene Empfehlung zur Prävention postoperativer Wundinfektionen. (Robert Koch-Institut)
Katheter und andere Medizinprodukte
Medizinische Geräte können lebensrettend sein, gleichzeitig aber ein zusätzliches Infektionsrisiko darstellen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Blasenkatheter,
- Gefäßkatheter,
- Beatmungssysteme,
- Drainagen,
- implantierte medizinische Produkte.
Besonders relevant sind Gefäßkatheter, weil über sie Erreger in den Blutkreislauf gelangen können.
Die KRINKO hat deshalb eigene Empfehlungen zur Prävention von Infektionen durch Gefäßkatheter und zur Vermeidung katheterassoziierter Harnwegsinfektionen veröffentlicht. (Robert Koch-Institut)
Händehygiene bleibt eine der wichtigsten Maßnahmen
Bei allen technischen Entwicklungen bleibt eine vergleichsweise einfache Maßnahme zentral: die Händehygiene.
Das RKI bezeichnet die Umsetzung der Basishygiene, insbesondere die Händehygiene, als einen Grundpfeiler der Prävention nosokomialer Infektionen. (Robert Koch-Institut)
Hände können Krankheitserreger zwischen Patienten, medizinischem Personal, Geräten und Oberflächen übertragen.
Deshalb ist die Händedesinfektion vor und nach bestimmten Tätigkeiten ein wichtiger Bestandteil der täglichen Krankenhauspraxis.
Das RKI bezeichnet Händehygienemaßnahmen ausdrücklich als eine der wichtigsten Infektionspräventionsmaßnahmen. (Robert Koch-Institut)
Warum Händehygiene allein nicht genügt
Trotz ihrer zentralen Bedeutung besteht Krankenhaushygiene aus deutlich mehr als Händedesinfektion.
Zu den weiteren Maßnahmen gehören:
- Reinigung und Desinfektion,
- Sterilisation,
- sichere Aufbereitung von Medizinprodukten,
- Schutzkleidung,
- Isolierungsmaßnahmen,
- Impfungen des Personals,
- Screening bestimmter Risikopatienten,
- Antibiotic Stewardship,
- Surveillance,
- Ausbruchsmanagement,
- bauliche Hygienemaßnahmen.
Die KRINKO veröffentlicht dazu regelmäßig Empfehlungen und aktualisiert diese entsprechend dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse. (Robert Koch-Institut)
Hygiene beginnt bereits bei der Krankenhausplanung
Interessant ist, dass Infektionsprävention nicht erst beim Desinfizieren von Oberflächen beginnt.
Auch die bauliche Gestaltung eines Krankenhauses kann Einfluss auf das Infektionsrisiko haben.
Das RKI weist darauf hin, dass eine angemessene räumliche Gestaltung und technische Ausstattung einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung nosokomialer Infektionen leisten. (Robert Koch-Institut)
Dabei können beispielsweise folgende Aspekte eine Rolle spielen:
- Raumaufteilung,
- Patientenzimmer,
- Isolationsmöglichkeiten,
- Waschgelegenheiten,
- medizinische Infrastruktur,
- Lüftung,
- Wasser- und Abwassersysteme,
- Aufbereitungseinrichtungen.
Personelle Ausstattung ist ebenfalls wichtig
Eine funktionierende Krankenhaushygiene benötigt qualifiziertes Personal.
Die KRINKO hat deshalb eigene Empfehlungen zu den personellen und organisatorischen Voraussetzungen für die Prävention nosokomialer Infektionen veröffentlicht. (Robert Koch-Institut)
Zum Hygienemanagement gehören unter anderem:
- Hygienefachkräfte,
- hygienebeauftragte Ärzte,
- hygienebeauftragte Pflegekräfte,
- Krankenhaushygieniker,
- mikrobiologische Expertise.
Die genaue personelle Organisation hängt dabei von Größe, Struktur und Risikoprofil des Krankenhauses ab.
Surveillance: Infektionen systematisch erfassen
Eine moderne Krankenhaushygiene braucht Daten.
Wenn ein Krankenhaus nicht weiß, wie häufig bestimmte Infektionen auf seinen Stationen auftreten, lassen sich Veränderungen nur schwer erkennen.
Surveillance bedeutet deshalb, Infektionen systematisch zu erfassen, auszuwerten und daraus Präventionsmaßnahmen abzuleiten.
Die KRINKO bezeichnet Surveillance und Ausbruchsmanagement als zentrale Elemente der Infektionsprävention. (Robert Koch-Institut)
Das Nationale Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen stellt mit KISS entsprechende Referenzdaten und Surveillance-Strukturen bereit. (Robert Koch-Institut)
Was passiert bei einem Ausbruch?
Von einem nosokomialen Ausbruch spricht man vereinfacht gesagt, wenn mehrere Infektionen in einem wahrscheinlichen epidemiologischen Zusammenhang auftreten.
Das kann beispielsweise bedeuten, dass mehrere Patienten auf derselben Station innerhalb kurzer Zeit durch denselben Erreger infiziert werden.
Solche Ereignisse müssen nach dem Infektionsschutzgesetz unter bestimmten Voraussetzungen an die zuständigen Behörden gemeldet werden. Die Daten werden über die Landesstellen an das RKI übermittelt. (Robert Koch-Institut)
Bei einem Ausbruch geht es dann vor allem darum:
- Fälle schnell zu erkennen,
- den Erreger zu identifizieren,
- mögliche Infektionsketten zu rekonstruieren,
- weitere Übertragungen zu verhindern,
- die Ursache zu beseitigen.
2020 zeigte die Meldepflicht die Größenordnung von Ausbrüchen
Ein interessantes Beispiel liefert das Jahr 2020.
Damals wurden dem RKI über das Meldesystem 2.249 nosokomiale Ausbrüche mit insgesamt 29.997 Fällen übermittelt.
Allerdings waren diese Zahlen stark von der COVID-19-Pandemie geprägt: 1.532 der 2.169 Ausbrüche mit Erregerangabe wurden durch SARS-CoV-2 verursacht. (Robert Koch-Institut)
Die Zahl ist daher nicht repräsentativ für die normale Situation eines Krankenhauses.
Sie zeigt aber, welche Bedeutung eine funktionierende Ausbruchssurveillance haben kann.
Antibiotikaresistenzen verschärfen das Problem
Ein weiteres wichtiges Thema ist die zunehmende Bedeutung antibiotikaresistenter Erreger.
Wenn Bakterien gegen mehrere Antibiotika resistent sind, können Infektionen schwieriger zu behandeln sein.
Das RKI beschäftigt sich deshalb intensiv mit multiresistenten Erregern und der Überwachung von Antibiotikaresistenz und -verbrauch. (Robert Koch-Institut)
Besonders relevant sind unter anderem:
- MRSA,
- multiresistente gramnegative Erreger,
- resistente Enterokokken,
- resistente Enterobacterales,
- resistente Pseudomonas- und Acinetobacter-Stämme.
MRSA ist nicht verschwunden
MRSA, also Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, ist weiterhin ein relevantes Thema der Krankenhaushygiene.
Das RKI weist darauf hin, dass Krankenhäuser und Einrichtungen für ambulantes Operieren bestimmte nosokomiale Infektionen sowie Erreger mit besonderen Resistenzen und Multiresistenzen fortlaufend erfassen, bewerten und entsprechende Präventionsmaßnahmen ableiten müssen. (Robert Koch-Institut)
Das zeigt, dass Hygiene und Antibiotikaresistenz eng miteinander verbunden sind.
Deutschland im europäischen Vergleich
Die ECDC-Daten 2022/2023 erlauben einen vorsichtigen internationalen Vergleich.
Bei der HAI-Prävalenz lag Deutschland in der untersuchten Stichprobe bei 3,0 Prozent. Der Median der EU-/EWR-Länder lag bei 4,2 Prozent. (ECDC)
Allerdings zeigen dieselben Daten auch, dass die Ausstattung mit Hygienepersonal und anderen Präventionsressourcen zwischen Ländern erheblich variiert.
Bei den teilnehmenden deutschen Krankenhäusern wurden beispielsweise 0,28 Vollzeitäquivalente für IPC-Pflegepersonal je 250 Betten ausgewiesen. Der Median der europäischen Vergleichsländer lag bei 1,50. (ECDC)
Hier ist allerdings Vorsicht bei der Interpretation geboten: Die deutsche Stichprobe umfasste nur 50 Krankenhäuser und verwendete das sogenannte „Light“-Protokoll. Die Daten stellen daher keine vollständige Abbildung aller deutschen Kliniken dar.
Was lässt sich aus den Zahlen für 2026 ableiten?
Die Statistik zeigt vor allem, dass Krankenhaushygiene nicht als einmalige Aufgabe verstanden werden kann.
Die Zahl von mehreren hunderttausend geschätzten nosokomialen Infektionen pro Jahr macht die Größenordnung deutlich. Gleichzeitig zeigen die europäischen Punktprävalenzdaten, dass Deutschland bei der untersuchten Patientengruppe mit 3,0 Prozent unter dem europäischen Median lag. (Robert Koch-Institut)
Für 2026 sind daher mehrere Entwicklungen besonders wichtig:
1. Bessere Surveillance
Digitale Systeme können dabei helfen, Infektionsdaten schneller zu erfassen und Auffälligkeiten früher zu erkennen.
2. Konsequente Händehygiene
Sie bleibt eine der wichtigsten und vergleichsweise einfachen Präventionsmaßnahmen. (Robert Koch-Institut)
3. Weniger unnötige invasive Maßnahmen
Je weniger unnötige Katheter und andere invasive Systeme eingesetzt werden, desto weniger potenzielle Eintrittspforten gibt es für Erreger.
4. Sicherer Umgang mit Antibiotika
Ein verantwortungsvoller Antibiotikaeinsatz hilft, den Selektionsdruck für resistente Bakterien zu reduzieren.
5. Qualifiziertes Hygienepersonal
Krankenhäuser benötigen ausreichend Fachpersonal, um Prävention, Überwachung und Ausbruchsmanagement umzusetzen.
6. Moderne Infrastruktur
Auch Gebäude, Wasser, Lüftung, Reinigung und medizinische Geräte gehören zur Infektionsprävention.
Sind alle Krankenhausinfektionen vermeidbar?
Nein.
Das ist eine wichtige Differenzierung.
Ein Krankenhaus behandelt Menschen, die häufig schwer krank sind. Viele Patienten haben ein erhöhtes Infektionsrisiko, beispielsweise aufgrund von:
- hohem Alter,
- geschwächtem Immunsystem,
- chronischen Erkrankungen,
- Operationen,
- Chemotherapien,
- Intensivbehandlungen,
- invasiven medizinischen Maßnahmen.
Deshalb kann selbst eine sehr gute Hygiene nicht jede Infektion verhindern.
Ziel ist es vielmehr, vermeidbare Übertragungen und Infektionen so weit wie möglich zu reduzieren.
Hygiene ist auch Patientensicherheit
Krankenhaushygiene ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Patientensicherheit.
Sie betrifft nicht nur die Reinigung von Zimmern und Fluren, sondern praktisch alle Bereiche eines Krankenhauses:
OP, Intensivstation, Pflege, Diagnostik, Labor, Küche, Reinigung, Medizintechnik und Verwaltung.
Das RKI beschreibt die Prävention nosokomialer Infektionen entsprechend als Zusammenspiel aus hygienischen, organisatorischen und baulich-funktionellen Maßnahmen. (Robert Koch-Institut)
Fazit: Nosokomiale Infektionen bleiben 2026 eine große Herausforderung
Die Zahlen zur Krankenhaushygiene zeigen ein differenziertes Bild.
Einerseits gibt es in Deutschland ein umfangreiches System aus gesetzlichen Vorgaben, KRINKO-Empfehlungen, Surveillance und Ausbruchsmanagement. Andererseits bleibt die absolute Zahl nosokomialer Infektionen hoch. Das RKI geht weiterhin von etwa 400.000 bis 600.000 Fällen pro Jahr aus; die damit verbundenen Todesfälle werden auf etwa 10.000 bis 20.000 jährlich geschätzt. (Robert Koch-Institut)
Die aktuellere ECDC-Punktprävalenzstudie 2022/2023 weist für Deutschland eine HAI-Prävalenz von 3,0 Prozent unter den untersuchten Patienten aus. Damit lag Deutschland unter dem europäischen Median von 4,2 Prozent. (ECDC)
Für 2026 bleibt deshalb vor allem entscheidend, Prävention konsequent weiterzuentwickeln. Händehygiene, qualifiziertes Hygienepersonal, sichere Medizinprodukte, Surveillance, bauliche Standards und ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika müssen zusammenspielen.
Krankenhaushygiene ist damit kein Randthema, sondern ein zentraler Bestandteil moderner und sicherer medizinischer Versorgung.