Blutwerte Normalwerte Tabelle: Kleines und Großes Blutbild im Überblick 2026

Ein Blutbild gehört zu den häufigsten Laboruntersuchungen in der Medizin. Es kann Hinweise auf Blutarmut, Entzündungen, Infektionen oder Veränderungen der Blutbildung liefern. Beim kleinen Blutbild werden vor allem die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen und wichtige Erythrozytenwerte untersucht. Das große Blutbild ergänzt diese Untersuchung um die Aufteilung der weißen Blutkörperchen, das sogenannte Differentialblutbild. (Universitätsklinikum Freiburg)

Wichtig ist dabei: Referenzbereiche können sich je nach Labor, Messmethode, Alter und Geschlecht unterscheiden. Die Werte in der folgenden Tabelle dienen deshalb als Orientierung und ersetzen nicht die Bewertung des individuellen Laborbefundes. Blutwerte werden grundsätzlich mit einem passenden Norm- beziehungsweise Referenzbereich verglichen. (Gesundheitsportal)

Disclaimer: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um eine fachmedizinische Beratung. Wir können Ihnen keine Heilversprechen vermitteln. Bitte konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen Ihren Arzt!

Kleines Blutbild: Normalwerte Tabelle

Die folgende Übersicht zeigt typische Orientierungsbereiche für Erwachsene:

Blutwert Abkürzung Typischer Normalbereich Erwachsene
Leukozyten WBC ca. 4.000–10.000/µl
Erythrozyten Frauen RBC ca. 4,0–5,2 Mio./µl
Erythrozyten Männer RBC ca. 4,5–5,9 Mio./µl
Hämoglobin Frauen Hb ca. 12–16 g/dl
Hämoglobin Männer Hb ca. 13–17 g/dl
Hämatokrit Frauen Hkt ca. 36–46 %
Hämatokrit Männer Hkt ca. 40–52 %
MCV MCV ca. 80–96 fl
MCH MCH ca. 27–33 pg
MCHC MCHC ca. 32–36 g/dl
Thrombozyten PLT ca. 150.000–400.000/µl

Die konkreten Referenzbereiche können von Labor zu Labor abweichen. Beispielsweise nennt die Universitätsklinik Freiburg für das Blutbild ebenfalls Leukozyten, Erythrozyten, Thrombozyten, Hämoglobin, Hämatokrit sowie MCV, MCH und MCHC als Bestandteile des kleinen Blutbildes. (Universitätsklinikum Freiburg)

Was bedeuten die Werte im kleinen Blutbild?

Leukozyten

Leukozyten (WBC) sind weiße Blutkörperchen und Bestandteil des Immunsystems. Erhöhte Werte können beispielsweise bei Infektionen oder Entzündungsreaktionen auftreten. Erniedrigte Werte können unter anderem durch bestimmte Erkrankungen, Medikamente oder andere Faktoren verursacht werden.

Ein einzelner erhöhter oder erniedrigter Wert erlaubt allerdings normalerweise noch keine eindeutige Diagnose.

Erythrozyten

Erythrozyten (RBC) sind rote Blutkörperchen. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, Sauerstoff über das Blut zu transportieren.

Eine zu niedrige Erythrozytenzahl kann beispielsweise zusammen mit einem niedrigen Hämoglobinwert bei einer Blutarmut auftreten. Für die Beurteilung werden jedoch mehrere Werte gemeinsam betrachtet.

Hämoglobin

Hämoglobin (Hb) ist der rote Blutfarbstoff innerhalb der Erythrozyten. Er bindet Sauerstoff und ermöglicht dessen Transport.

Typische Orientierungswerte liegen bei erwachsenen Frauen ungefähr bei 12–16 g/dl und bei Männern bei etwa 13–17 g/dl. Historische beziehungsweise andere Laborangaben können etwas abweichende Referenzbereiche verwenden. (Universitätsklinikum Freiburg)

Hämatokrit

Der Hämatokrit (Hkt) beschreibt den Anteil der zellulären Bestandteile des Blutes am Blutvolumen. Besonders die Erythrozyten beeinflussen diesen Wert.

Ein veränderter Hämatokrit kann unter anderem mit Flüssigkeitshaushalt, Erythrozytenzahl oder Blutbildung zusammenhängen.

MCV

Das MCV gibt die durchschnittliche Größe beziehungsweise das mittlere Volumen der roten Blutkörperchen an.

Ein niedriger MCV-Wert bedeutet, dass die Erythrozyten im Durchschnitt kleiner sind. Ein erhöhter MCV-Wert weist dagegen auf größere rote Blutkörperchen hin. MCV wird deshalb unter anderem bei der Einordnung verschiedener Formen von Blutarmut verwendet.

MCH

MCH steht für das mittlere korpuskuläre Hämoglobin. Der Wert beschreibt, wie viel Hämoglobin sich durchschnittlich in einem roten Blutkörperchen befindet.

MCHC

Die MCHC beschreibt die durchschnittliche Hämoglobinkonzentration innerhalb der roten Blutkörperchen. Zusammen mit MCV und MCH hilft sie dabei, Veränderungen der Erythrozyten genauer einzuordnen.

Thrombozyten

Thrombozyten (PLT) werden auch Blutplättchen genannt. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Als häufig verwendeter Orientierungsbereich gelten ungefähr 150.000 bis 400.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut. (Universitätsklinikum Freiburg)

Großes Blutbild: Differentialblutbild

Beim großen Blutbild wird das kleine Blutbild um die Differenzierung der weißen Blutkörperchen erweitert. Dabei wird untersucht, aus welchen verschiedenen Zelltypen sich die Leukozyten zusammensetzen. Die Universitätsklinik Freiburg führt hierzu unter anderem neutrophile Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten, eosinophile und basophile Granulozyten auf. (Universitätsklinikum Freiburg)

Zelltyp Typischer Anteil an den Leukozyten
Neutrophile Granulozyten ca. 50–70 %
Lymphozyten ca. 20–40 %
Monozyten ca. 2–10 %
Eosinophile Granulozyten ca. 1–5 %
Basophile Granulozyten ca. 0–1 %

Bei der medizinischen Beurteilung sind nicht nur Prozentwerte, sondern häufig auch die absoluten Zellzahlen relevant. Genau deshalb werden in modernen Laborbefunden oftmals beide Angaben ausgewiesen. (Universitätsklinikum Freiburg)

Kleines oder großes Blutbild: Was ist der Unterschied?

Untersuchung Enthält hauptsächlich Typischer Zweck
Kleines Blutbild Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Hb, Hkt, MCV, MCH, MCHC Überblick über Blutzellen und Blutbildung
Großes Blutbild Kleines Blutbild + Differentialblutbild Genauere Beurteilung der weißen Blutkörperchen
Differentialblutbild Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile, Basophile Differenzierung der Leukozyten

Das „große Blutbild“ ist daher nicht einfach eine völlig andere Untersuchung, sondern im Wesentlichen ein kleines Blutbild plus Differentialblutbild. Ein entsprechendes Laborformular der Universitätsklinik Freiburg definiert das große Blutbild genau in diesem Sinne. (Universitätsklinikum Freiburg)

Blutwerte bei Frauen und Männern

Bei einigen Blutwerten unterscheiden sich die Referenzbereiche zwischen Frauen und Männern. Besonders deutlich ist dies beispielsweise bei Erythrozyten, Hämoglobin und Hämatokrit.

Ein Grund dafür ist, dass sich die durchschnittliche Zusammensetzung des Blutes zwischen den Geschlechtern unterscheidet. Zusätzlich können Alter, Schwangerschaft, Höhenaufenthalt, Flüssigkeitshaushalt und andere Faktoren die Laborwerte beeinflussen.

Deshalb sollte bei der Interpretation immer der Referenzbereich auf dem konkreten Laborbefund berücksichtigt werden.

Was bedeutet ein Wert außerhalb des Normalbereichs?

Ein Wert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht automatisch, dass eine Krankheit vorliegt. Referenzbereiche werden aus Vergleichsgruppen gesunder Menschen abgeleitet und sind statistische Orientierungsbereiche. (Gesundheitsportal)

Für die ärztliche Beurteilung werden deshalb unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Wie stark weicht der Wert vom Referenzbereich ab?
  • Sind mehrere Blutwerte gleichzeitig verändert?
  • Gibt es Beschwerden?
  • Wie sehen frühere Laborwerte aus?
  • Welche Medikamente werden eingenommen?
  • Gibt es bekannte Erkrankungen?
  • Liegt möglicherweise eine akute Infektion oder Entzündung vor?

Besonders wichtig ist daher die Gesamtschau aller Laborwerte und nicht die isolierte Betrachtung einer einzelnen Zahl.

Blutbild Normalwerte 2026: Das Wichtigste zusammengefasst

Das kleine Blutbild liefert einen grundlegenden Überblick über rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Zu den wichtigsten Parametern gehören Leukozyten, Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, MCV, MCH, MCHC und Thrombozyten. Beim großen Blutbild kommt das Differentialblutbild hinzu, mit dem die verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen genauer untersucht werden. (Universitätsklinikum Freiburg)

Die genannten Werte sind Orientierungswerte für Erwachsene. Für Kinder, Jugendliche, Schwangere und bestimmte Patientengruppen gelten teilweise andere Referenzbereiche. Auch zwischen einzelnen Laboren können die Normalwerte voneinander abweichen.

Wer einen eigenen Laborbefund beurteilen möchte, sollte deshalb vorrangig die auf dem Befund angegebenen Referenzbereiche verwenden und auffällige Ergebnisse mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.

Quellen und weiterführende Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder individuelle Befundbesprechung.

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