Entwicklung Heimkosten Tabelle: Durchschnittliche Zuzahlungen pro Monat von 2015 bis heute 2026

Die Kosten für einen Pflegeheimplatz sind in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Besonders stark zeigt sich die Entwicklung bei der monatlichen Eigenbeteiligung, die Pflegebedürftige zusätzlich zu den Leistungen der Pflegeversicherung selbst finanzieren müssen.

Während 2015 noch das System der Pflegestufen galt, wurde zum 1. Januar 2017 die neue Pflegegrad-Systematik eingeführt. Gleichzeitig wurde für Pflegegrade 2 bis 5 der einrichtungseinheitliche Eigenanteil, kurz EEE, eingeführt. Seitdem ist der pflegebedingte Eigenanteil innerhalb einer Einrichtung grundsätzlich nicht mehr vom individuellen Pflegegrad abhängig. Hinzu kommen weiterhin Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten.

Die langfristige Entwicklung zeigt: Die finanzielle Belastung ist trotz verschiedener Reformen und Zuschüsse erheblich gestiegen.

Heimkosten 2015 bis 2026 im Überblick

Für die Jahre ab 2017 liegt eine besonders gut vergleichbare Zeitreihe des BARMER Pflegereports vor. Sie betrachtet den durchschnittlichen Gesamteigenanteil im ersten Jahr des Heimaufenthalts. Die Werte umfassen pflegebedingte Eigenanteile, Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten und berücksichtigen die jeweils geltenden Zuschüsse. Für 2026 handelt es sich in dieser BARMER-Reihe allerdings um eine Prognose. Der aktuelle vdek-Wert für den 1. Juli 2026 beträgt dagegen 3.364 Euro im ersten Aufenthaltsjahr.

Jahr Durchschnittliche monatliche Zuzahlung Einordnung
2015 ca. 1.100–1.500 €* altes Pflegestufen-System
2016 nicht direkt vergleichbar Übergang zum neuen System
2017 1.726 € Beginn der EEE-Systematik
2018 1.778 € leichter Anstieg
2019 1.945 € deutlicher Anstieg
2020 2.070 € weiterer Anstieg
2021 2.197 € weiterer Anstieg
2022 2.350 € erstmals mit gestaffeltem Zuschuss
2023 2.716 € deutlicher Anstieg
2024 3.123 € Überschreitung der 3.000-Euro-Marke
2025 3.387 € weiterer deutlicher Anstieg
2026 3.364 € vdek-Wert zum 1. Juli 2026

* Für 2015 existiert keine vollständig methodisch identische Vergleichszahl zur heutigen EEE-Systematik. Nach der damaligen Pflegestatistik lagen die Eigenanteile ohne Investitionskosten beispielsweise bei durchschnittlich 1.094 Euro für Pflegestufe I, 1.315 Euro für Pflegestufe II und 1.519 Euro für Pflegestufe III. Investitionskosten kamen zusätzlich hinzu.

Die Werte ab 2017 stammen aus der vom BARMER Pflegereport ausgewiesenen Zeitreihe beziehungsweise den zugrunde liegenden vdek-Daten. Für 2026 sollte für eine aktuelle Darstellung der tatsächlich veröffentlichte vdek-Wert verwendet werden.

Was kostete ein Pflegeheimplatz 2015?

2015 galt noch das System der Pflegestufen. Die Höhe des pflegebedingten Eigenanteils hing deshalb unter anderem von der Pflegestufe ab.

Nach einer Auswertung auf Grundlage der damaligen Pflegestatistik lagen die durchschnittlichen monatlichen Eigenanteile an den Pflegekosten 2015 bei:

Pflegestufe 2015 Durchschnittlicher Eigenanteil an Pflegekosten
Pflegestufe I ca. 391 €
Pflegestufe II ca. 596 €
Pflegestufe III ca. 815 €

Diese Beträge bezogen sich nicht auf die komplette Heimrechnung. Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten kamen zusätzlich hinzu.

Eine andere Auswertung der Pflegestatistik kommt für 2015 zu höheren Gesamtbeträgen, wenn Unterkunft und Verpflegung berücksichtigt werden. Danach mussten Bewohner durchschnittlich rund 1.094 Euro in Pflegestufe I, 1.315 Euro in Pflegestufe II und 1.519 Euro in Pflegestufe III an das Pflegeheim entrichten, jeweils zuzüglich der gesondert berechneten Investitionskosten.

Das zeigt bereits, warum bei historischen Vergleichen genau angegeben werden muss, welcher Eigenanteil gemeint ist.

2017: Einführung des einrichtungseinheitlichen Eigenanteils

Zum 1. Januar 2017 änderte sich die Berechnung grundlegend.

Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 zahlen seitdem innerhalb einer Einrichtung grundsätzlich denselben pflegebedingten Eigenanteil. Der persönliche Pflegegrad führt also nicht mehr automatisch zu einem höheren EEE.

Der Gesetzgeber wollte damit verhindern, dass eine höhere Pflegebedürftigkeit unmittelbar zu einem höheren pflegebedingten Eigenanteil führt. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten mussten weiterhin selbst getragen werden.

Für 2017 wurde der durchschnittliche Gesamteigenanteil in der BARMER-Zeitreihe mit rund 1.726 Euro pro Monat angegeben. Davon entfielen etwa 590 Euro auf den pflegebedingten Eigenanteil einschließlich Ausbildungskosten, 710 Euro auf Unterkunft und Verpflegung sowie 426 Euro auf Investitionskosten.

Entwicklung der Heimkosten von 2017 bis 2026

Die Entwicklung lässt sich ab 2017 deutlich besser miteinander vergleichen.

Jahr Pflegebedingter Eigenanteil* Unterkunft & Verpflegung Investitionskosten Gesamte monatliche Zuzahlung
2017 590 € 710 € 426 € 1.726 €
2018 591 € 722 € 465 € 1.778 €
2019 747 € 747 € 451 € 1.945 €
2020 841 € 774 € 455 € 2.070 €
2021 945 € 791 € 461 € 2.197 €
2022 1.014 € 814 € 469 € 2.350 €
2023 1.148 € 888 € 477 € 2.716 €
2024 1.426 € 955 € 490 € 3.123 €
2025 1.583 € 1.018 € 507 € 3.387 €

* Die Darstellung basiert auf der BARMER-Auswertung der vdek-Daten; die Berechnung berücksichtigt den jeweils geltenden Zuschuss.

Auffällig ist insbesondere die Entwicklung seit 2022. Zwar wurden damals die ersten Zuschüsse zur Begrenzung des pflegebedingten Eigenanteils eingeführt, dennoch stieg die Gesamtbelastung weiter.

2022: Einführung des Zuschusses zum Eigenanteil

Seit 2022 erhalten Pflegebedürftige in vollstationärer Pflege einen zusätzlichen Zuschuss der Pflegeversicherung zum pflegebedingten Eigenanteil.

Der Zuschuss wurde 2024 nochmals deutlich erhöht. Seitdem gelten folgende Prozentsätze:

Aufenthaltsdauer Zuschuss zum pflegebedingten Eigenanteil
bis 12 Monate 15 %
mehr als 12 Monate 30 %
mehr als 24 Monate 50 %
mehr als 36 Monate 75 %

Der Zuschuss reduziert ausschließlich den pflegebedingten Eigenanteil. Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten werden davon nicht erfasst.

Warum steigen die Heimkosten trotzdem?

Der Zuschuss der Pflegeversicherung hat zwar die pflegebedingte Belastung reduziert, gleichzeitig sind die Kosten für Pflegeleistungen stark gestiegen.

Ein wesentlicher Faktor sind die Personalkosten. Der EEE besteht zu einem großen Teil aus pflegebedingten Personalkosten. Veränderungen bei Tariflöhnen und der Personalausstattung können deshalb die Kostenstruktur eines Pflegeheims beeinflussen. Auch Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten sind in den vergangenen Jahren gestiegen.

Der vdek weist für 2026 darauf hin, dass insbesondere der EEE innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen ist. Gleichzeitig unterscheiden sich die Kosten zwischen den Bundesländern und einzelnen Pflegeeinrichtungen teilweise erheblich.

2024: Die 3.000-Euro-Marke wird überschritten

In der BARMER-Zeitreihe stieg die durchschnittliche monatliche Eigenbeteiligung im ersten Jahr von 2.716 Euro im Jahr 2023 auf 3.123 Euro im Jahr 2024.

Damit wurde erstmals die Marke von 3.000 Euro überschritten. 2025 stieg der entsprechende Wert in der Zeitreihe auf 3.387 Euro.

Auch die aktuellen vdek-Daten bestätigen den starken Anstieg. Zum 1. Juli 2025 lag die durchschnittliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr bei 3.108 Euro. Ein Jahr später waren es bereits 3.364 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 256 Euro beziehungsweise rund 8,2 Prozent.

Pflegeheim-Zuzahlung 2026: 3.364 Euro im ersten Jahr

Der aktuellste bundesweite vdek-Wert stammt vom 1. Juli 2026.

Danach beträgt die durchschnittliche monatliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr bundesweit 3.364 Euro. Darin enthalten sind:

  • der einrichtungseinheitliche Eigenanteil für Pflege und Ausbildung,
  • Unterkunft und Verpflegung,
  • Investitionskosten.

Die Höhe unterscheidet sich erheblich zwischen den Bundesländern. Am 1. Juli 2026 reichte die durchschnittliche Eigenbeteiligung im ersten Aufenthaltsjahr von 2.891 Euro in Sachsen-Anhalt bis zu 3.761 Euro in Bremen.

Heimkosten 2026 nach Aufenthaltsdauer

Der monatliche Eigenanteil ist nicht für die gesamte Dauer des Heimaufenthalts gleich hoch. Durch die gestaffelten Zuschüsse sinkt insbesondere der pflegebedingte Eigenanteil mit zunehmender Aufenthaltsdauer.

Aufenthaltsdauer Zuschuss auf EEE Wirkung auf den Eigenanteil
1. Jahr 15 % geringste Entlastung
2. Jahr 30 % höhere Entlastung
3. Jahr 50 % deutliche Entlastung
ab 4. Jahr 75 % höchste Entlastung

Der Zuschuss führt jedoch nicht dazu, dass die komplette Heimrechnung entsprechend sinkt. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben grundsätzlich bestehen.

2015 versus 2026: Wie stark sind die Heimkosten gestiegen?

Ein direkter Vergleich zwischen 2015 und 2026 ist aufgrund der unterschiedlichen Berechnungssysteme problematisch. 2015 gab es noch drei Pflegestufen mit unterschiedlichen pflegebedingten Eigenanteilen. Seit 2017 gilt für Pflegegrade 2 bis 5 der EEE.

Dennoch lässt sich die langfristige Entwicklung grundsätzlich erkennen.

2015 lagen die durchschnittlichen Eigenanteile an den Pflegekosten – je nach Pflegestufe – bei etwa 391 bis 815 Euro. Dazu kamen Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten.

2026 müssen Pflegeheimbewohner im ersten Aufenthaltsjahr dagegen durchschnittlich 3.364 Euro monatlich aus eigener Tasche finanzieren.

Für einen aussagekräftigen Zeitvergleich sollte deshalb vorzugsweise die Entwicklung ab 2017 betrachtet werden.

Entwicklung der monatlichen Zuzahlung als Tabelle

Die wichtigsten Werte lassen sich kompakt zusammenfassen:

Jahr Monatliche Eigenbeteiligung
2015 nicht direkt mit heutiger Systematik vergleichbar
2016 nicht direkt mit heutiger Systematik vergleichbar
2017 1.726 €
2018 1.778 €
2019 1.945 €
2020 2.070 €
2021 2.197 €
2022 2.350 €
2023 2.716 €
2024 3.123 €
2025 3.387 €
2026 3.364 €

Für 2017 bis 2025 stammen die Werte aus der BARMER-Zeitreihe auf Grundlage der vdek-Daten. Der Wert für 2026 wurde durch den aktuelleren vdek-Wert zum 1. Juli 2026 ersetzt.

Warum 2025 und 2026 unterschiedliche Reihenwerte haben können

Bei der Recherche zu Heimkosten können unterschiedliche Zahlen für dasselbe Jahr auftauchen. Das liegt häufig am Stichtag und an der betrachteten Personengruppe.

So weist der vdek zum 1. Juli 2025 für das erste Aufenthaltsjahr 3.108 Euro aus. Zum 1. Juli 2026 waren es 3.364 Euro.

Andere Studien berechnen beispielsweise einen Durchschnitt über alle Heimbewohner mit unterschiedlichen Aufenthaltsdauern. Dieser Wert kann niedriger sein, weil Bewohner mit längerer Aufenthaltsdauer höhere Zuschüsse erhalten.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ermittelte beispielsweise für Ende 2025 eine durchschnittliche Gesamtbelastung von 2.605 Euro monatlich über die betrachteten Heimbewohner. Die Gesamtkosten des Heimplatzes lagen dabei durchschnittlich bei 5.033 Euro.

Damit sind 2.605 Euro und 3.364 Euro keine widersprüchlichen Angaben: Sie beziehen sich auf unterschiedliche Berechnungsmethoden beziehungsweise Personengruppen.

Entwicklung der Heimkosten: Was kostet Pflege heute?

Die langfristige Entwicklung zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend. Besonders ab 2022 haben sich die monatlichen Eigenbeteiligungen stark erhöht.

Von 1.726 Euro im Jahr 2017 auf 3.364 Euro im Juli 2026 entspricht das nominal einem Anstieg von rund 95 Prozent. Die monatliche Belastung hat sich damit innerhalb von weniger als zehn Jahren nahezu verdoppelt. Die BARMER-Auswertung beschreibt ebenfalls einen starken Anstieg der Gesamteigenanteile seit 2017.

Allerdings handelt es sich dabei um nominale Eurobeträge. Eine inflationsbereinigte Betrachtung würde die reale Kostenentwicklung anders darstellen.

Fazit: Entwicklung der Heimkosten von 2015 bis 2026

Die Pflegeheimkosten haben sich in Deutschland seit Mitte der 2010er-Jahre deutlich verändert. 2015 galt noch das Pflegestufen-System. Die Eigenbeteiligung an den Pflegekosten lag damals je nach Pflegestufe deutlich unter den heutigen Beträgen, allerdings kamen Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten hinzu.

Mit der Einführung der Pflegegrade und des EEE im Jahr 2017 wurde die Berechnung grundlegend verändert. Die durchschnittliche Gesamteigenbeteiligung lag 2017 bei rund 1.726 Euro monatlich und stieg in der BARMER-Zeitreihe bis 2025 auf 3.387 Euro.

Der aktuellste vdek-Wert zeigt für den 1. Juli 2026 eine durchschnittliche Eigenbeteiligung von 3.364 Euro pro Monat im ersten Aufenthaltsjahr. Damit liegen die selbst zu tragenden Heimkosten inzwischen auf einem deutlich höheren Niveau als noch vor wenigen Jahren.

Bei der Bewertung historischer Zahlen ist allerdings immer zu beachten, ob es sich um den pflegebedingten Eigenanteil, den Gesamteigenanteil einschließlich Unterkunft und Verpflegung oder die tatsächliche durchschnittliche Belastung aller Heimbewohner handelt. Erst mit dieser Unterscheidung lassen sich die Zahlen von 2015 bis 2026 sinnvoll vergleichen.

Quellen und weiterführende Informationen

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